Ich bin unperfekt. Und ich bin es gern!

Es gibt für alles einen Coach.

Für wirklich ALLES!

Einen Coach fürs Entrümpeln, einen fürs Aufräumen, einen Fitnesstrainer fürs Sportlichwerden, einen Abnehmcoach, einen Selbstwert-Coach, einen Erziehungscoach, einen ADHS-Coach, einen Lerncoach, einen Coach fürs Lieben, einen fürs Daten, einen für Kommunikation und natürlich einen für Selbstoptimierung.

Einen Coach fürs Kacken habe ich noch nicht gefunden. Aber ich wette, auch den gibt es irgendwo.

Was soll das alles?

Warum zum Teufel meint die ganze Welt, man müsse alles perfektionieren? Das Aussehen, die eigene Art, das Umfeld, die Kinder, die Tiere – ach ja, Hundecoach natürlich! – und den Beruf?

Willkommen im Selbstoptimierungswahn!

Okay, okay, okay. Ich sehe es ja ein.

Man möchte sich nicht mit einem „Na ja“ zufriedengeben. Man möchte mehr erreichen, Defizite ausmerzen und sich weiterentwickeln. Alles fein.

Aber damit wird man leider auch zum perfekten Opfer für gaaaanz, ganz, GANZ viel Abzocke. Und ehe man sich versieht, steckt man mitten im Selbstoptimierungswahn.

Nehmen wir doch mal das Thema Aussehen und Gewicht.

Dass ein gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper und zum Essen im schlimmsten Fall bis zu lebensbedrohlichen Essstörungen führen kann, sollte bekannt sein.

Beeinflusst von Werbeblättchen, merkwürdigen Kleidergrößen, Schönheitsidealen auf Instagram und weiß der Geier noch was, meint man, am Puls der Zeit zu leben, wenn man möglichst exakt wie Model XY aussieht.

Man rennt einem Trend hinterher, den man nicht einmal dauerhaft halten kann, selbst wenn man ihn erreicht.

Denn OH ÜBERRASCHUNG: Wir alle altern!

Körper verändern sich. Und wenn du mit 80 am Rollator läufst, wird dir deine Wespentaille auch nicht mehr viel helfen.

Okay, ein Walrossbauch vermutlich auch nicht. Aber drauf geschissen!

Muss denn wirklich alles perfekt sein?

Es geht darum, dass man endlich aufhören sollte, irgendwelchen Idealen anderer Leute hinterherzurennen.

Man kann sich zu Tode optimieren. Im besten Fall optimiert man sich nur pleite, denn die Aasgeier unter den Coaches warten doch nur auf dein Geld.

Warum nicht einfach sich selbst akzeptieren und gut finden? Egal, ob man aussieht wie Model XY oder eben nicht.

Man kann sich sogar ziemlich geil finden und zeitgleich scheiße. Beides möglich. Und beides ist sogar nebeneinander völlig okay. Ich kann meine Beine extrem hässlich finden und mich trotzdem gut finden.

Ich muss keinen Freudentanz über mein Dasein feiern und meinem Tempel der Weiblichkeit huldigen, um zufrieden zu sein. Und ich muss auch nicht mit Mitte 40 noch einmal neu zu mir selbst finden.

Denn ich bin, wer ich bin.

Ich bin unperfekt. Und ich bin es gern!

Ich werde wohl nie ein Coach-Opfer werden, denn ich kann dieser ganzen Thematik einfach nichts abgewinnen.

Merkt man gar nicht, wa? 😀

Allerdings sage ich auch nicht, dass man sich nicht verändern darf. Im Gegenteil! Das hier ist schließlich ein Abnehmblog. Natürlich darf man sich verändern. Man kann sogar Dinge, die man eigentlich gut findet, trotzdem verändern wollen.

Alles völlig okay.

Aber bitte: Fallt dabei nicht auf irgendwelche Abzock-Coaches rein. Und rennt nicht irgendwelchen falschen Idealen hinterher.

Ihr müsst nicht perfekt sein.
Ich bin es jedenfalls nicht.
Und ich bin es gern!


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