Am 28. August 2026 war es endlich so weit. Meine erste Liposuktion stand an. Nach Jahren mit Lipödem Stadium 3, Lymphbeteiligung, einer erheblichen Gewichtsabnahme und einer unfreiwilligen Verzögerung wurden endlich meine Oberschenkel operiert.
Eigentlich hätte die Operation bereits im Januar stattfinden sollen. Die Genehmigung hatte ich, der OP-Termin stand fest. Doch dann verließ der behandelnde Arzt das Krankenhaus und ich musste warten, bis ein Nachfolger eingestellt wurde.
Mein Gewicht vor der Liposuktion – von 103 auf 118,5 Kilogramm
Mit 103 bis 105 kg war fast ein Jahr lang mein stabiles Gewicht.
Dann musste ich meine Pille absetzen.
Was anschließend passierte, war alles andere als erfreulich. Mein Lipödem bekam einen heftigen Schub und mein Gewicht stieg auf 118,5 Kilogramm.
Das sind um die 15 Kilogramm mehr!
Und nein, ich hatte nicht plötzlich angefangen, hemmungslos zu futtern. Meine Kalorienzufuhr war unverändert geblieben, teilweise hatte ich sogar weniger gegessen als zuvor!
Trotzdem nahm ich immer weiter zu.
Für mich stand diese massive Gewichtszunahme in direktem Zusammenhang mit dem Absetzen der Pille und dem anschließenden Lipödemschub. Ob und in welchem Umfang dabei Fettgewebe oder Flüssigkeitseinlagerungen verantwortlich waren, lässt sich anhand der Waage allein natürlich nicht feststellen.
Bis zu meiner Operation am 28. August 2026 war mein Gewicht immerhin wieder auf 111 Kilogramm gesunken.
Trotz meiner vorherigen Gewichtsabnahme war mein Lipödem natürlich nicht einfach verschwunden. Gerade an meinen Beinen war weiterhin reichlich betroffenes Fettgewebe vorhanden.
Nicht nur das Gewicht stieg – auch die Schmerzen wurden schlimmer
Was mich allerdings noch viel mehr belastete als die zusätzlichen Kilos, waren die zunehmenden Schmerzen in meinen Oberschenkeln.
Besonders deutlich merkte ich das beim Fahrradfahren. Nach jeder kleinen Fahrradtour schwollen meine Oberschenkel extrem an. Der dadurch entstehende Druck war ungemein unangenehm und teilweise richtig fies.
Auch meine Periode machte sich inzwischen deutlich in den Beinen bemerkbar. Sobald ich meine Tage bekam, begann ein heftiges Brennen in meinen Oberschenkeln, das mehrere Tage anhielt. Dieses Brennen kannte ich in einer solcher Intensität bislang nur von meiner Corona-Erkrankung.
Die Liposuktion war für mich deshalb nicht einfach eine Frage des Gewichts oder des Aussehens. Es ging darum, das betroffene Fettgewebe zu reduzieren und damit hoffentlich auch die Beschwerden zu lindern.
Der 28. August 2026 – meine erste Liposuktion
Operiert wurden zunächst die Vorderseite meiner Oberschenkel. Weitere Eingriffe sind geplant, denn mit einer einzigen Operation ist bei mir nicht alles erledigt.
Das Ergebnis der ersten Operation: 6,2 Liter reines Fett!
Ich sage Euch, das erste Anheben der Beine nach der OP war gigantisch. Es fühlte sich so krass leichter an!!!
Nach dem Eingriff waren meine Beine zunächst ziemlich taub. Gleichzeitig verspürte ich ein dauerhaftes Brennen. Gegen die Schmerzen bekam ich unter anderem Oxycodon.
Erstaunlicherweise ging es mir unmittelbar nach der Operation insgesamt ziemlich gut. Das Brennen war vorhanden, aber zunächst aushaltbar. Es folgte starkes Schwitzen und ein ausgeprägtes Hitzegefühl.
Die Probleme begannen vor allem, sobald ich versuchte aufzustehen. Mein Kreislauf spielte nicht besonders begeistert mit. Bereits nach kurzem Aufstehen sackte mein Blutdruck ab und mir wurde schwindelig. Also verbrachte ich zunächst viel Zeit im Bett.

Mit dem Rollator zur Toilette
Erst am zweiten Morgen schaffte ich es mit meinem Rollator bis ins Badezimmer. Das war wahrlich alles andere als angenehm. Meine Beine waren inzwischen erheblich angeschwollen.
Die Schwellungen wurden zeitweise so ausgeprägt, dass ich plötzlich nicht mehr auf dem Rollator sitzen konnte. Ich kam schlicht nicht mehr zwischen die Griffe.
Und das, obwohl gerade 6,2 Liter Fett aus meinen Oberschenkeln entfernt worden waren.
Meine Beine waren anfangs nur gewickelt, doch ich bat am dritten Tag darum, dass ich meine Flachstrick-Kompression – zumindest die Strümpfe – anziehen dürfte.
Ein Mieder war bislang nicht ausgemessen und es bildeten sich Fensterödeme, da die Wicklung nicht wirklich hielt.
Laufen war damit gar nicht drin. In den Kompressionsstrümpfen konnte ich dann ganz langsam mich am Rollator bewegen.
Die Schmerzen nach der Liposuktion
Während ich die Schmerzen unmittelbar nach der Operation noch als gut aushaltbar empfunden hatte, änderte sich das in den folgenden Tagen.
Besonders unangenehm waren heftige, brennende Schmerzattacken, die durch bestimmte Bewegungen ausgelöst wurden.
Es war also nicht einfach nur ein gleichmäßiger Wundschmerz. Das Brennen konnte bei Bewegungen plötzlich erheblich stärker werden.
Gleichzeitig waren Teile meiner Oberschenkel weiterhin taub.
Längeres Gehen verstärkte die Beschwerden. Entsprechend eingeschränkt war meine Beweglichkeit.
Besonders schlimm war die Nacht vor der Entlassung. Ich hatte starke Nervenschmerzen im linken Knie, sodass ich sogar auf das Bett einschlug, weil ich nicht mehr wusste, wie ich diese Stiche aushalten sollte.
Es war wirklich richtig fies.
Glücklicherweise war das eine einmalige kurze Episode.
Nach meiner Rückkehr aus dem Krankenhaus waren die Beine weiterhin extrem geschwollen und schmerzhaft. Ich konnte nur kurze Strecken gehen und verbrachte ansonsten viel Zeit mit hochgelagerten Beinen.
Das Gefühl in den Beinen wechselte nach und nach.
Sehr interessant war die Phase, in der gefühlt Millionen Ameisen über die Oberschenkel liefen. Direkt gefolgt von der Phase der Millionen Ameisen in Feuerschuhen, kombiniert mit plötzlichen Stromschlägen, die mich zusammenzucken und manchmal sogar aufschreien ließen.

6,2 Liter Fett weg – und plötzlich 5,5 Kilogramm schwerer
Besonders interessant war die Entwicklung meines Gewichts.
Vor der Liposuktion hatte ich 111 Kilogramm gewogen. Nach der Operation zeigte die Waage zwischenzeitlich 116,5 Kilogramm an.
Das waren 5,5 Kilogramm mehr als vorher!
Natürlich hatte ich nicht innerhalb weniger Tage plötzlich Unmengen an Fett zugenommen. Die Ursache waren die erheblichen postoperativen Flüssigkeitseinlagerungen.
Schon bis zum 6. September hatte ich ungefähr fünf Kilogramm Wundwasser und andere eingelagerte Flüssigkeit wieder ausgeschieden.
Am 10. September zeigte meine Waage schließlich 109,7 Kilogramm.
| Zeitpunkt | Gewicht |
|---|---|
| Tiefstand vor dem Lipödemschub | 103,0 kg – 105,0 kg |
| Nach dem Lipödemschub | 118,5 kg |
| Vor der Operation | 111,0 kg |
| Nach der OP, mit starken Schwellungen | 116,5 kg |
| 10. September 2026 | 109,7 kg |
| 19. Oktober 226 | 102,8 kg |
Daran sieht man ziemlich deutlich, warum die Waage nach einer Liposuktion zunächst nur bedingt aussagekräftig ist.

Mein größtes Problem: die Kompression
Was ich persönlich als besonders problematisch erlebt habe, war die Versorgung mit der richtigen Kompression.
Nach der Operation waren meine Beine stark geschwollen. Eine passende postoperative Kompressionsversorgung stand mir jedoch nicht rechtzeitig zur Verfügung.
Meine vorhandenen Flachstrickstrümpfe passten durch die veränderten Umfänge nicht mehr richtig. Zuerst war sie zu eng – kein Wunder bei dem Anschwellen – und dann war sie zu weit.
Sie rutschten, bildeten Falten und drückten an empfindlichen Stellen. Besonders unangenehm waren die Falten in den Kniekehlen.
Laufen war dadurch nicht nur wegen der Operationsschmerzen schwierig, sondern auch wegen der Kompression selbst.
Und wer schon einmal versucht hat, eng sitzende Flachstrickstrümpfe über frisch operierte, geschwollene und schmerzempfindliche Beine zu ziehen, kann sich vorstellen, dass man dieses Vergnügen nicht mehrfach täglich wiederholen möchte.
Die passende Versorgung ließ auf sich warten.

Fünf Tage mit dem Mieder – 2,5 Kilogramm Wasser mehr
Etwa dreieinhalb Wochen nach meiner Operation bekam ich schließlich das Mieder, das Andere sofort im OP angezogen bekommen.
Ich trug es fünf Tage für 24 Stunden am Tag. Da ich nur eines bekam und das zweite bis heute nicht da ist, wusch ich es abend durch und stand dann mit meinem Fön bewaffnet im Bad und trocknete es so gut es ging, um es direkt wieder anzuziehen.
Das Mieder war angenehmer zu tragen als meine Flachstrick-Strümpfe, doch von Tag zu Tag wurden die Schmerzen mehr.
In diesen wenigen Tagen sammelte sich bei mir 2,5 Kilogramm zusätzliche Flüssigkeit an.
Das war besonders ärgerlich, weil meine Beine ohnehin noch mit den Folgen der Operation beschäftigt waren.
Bei der Lymphdrainage reagierte meine Therapeutin angesichts der Wassereinlagerungen mit den Worten:
„Oh weia das ist ja richtig voll.“
Anschließend zog ich sofort wieder meine Flachstrickkompression an.
Und siehe da: Nach ungefähr eineinhalb Tagen waren die zusätzlichen 2,5 Kilogramm Wasser wieder verschwunden.
Für mich war das ein ziemlich deutlicher Unterschied zwischen den beiden Kompressionsversorgungen.
Ob das Mieder grundsätzlich ungeeignet ist, kann ich daraus natürlich nicht ableiten. Bei meinen Beinen und meiner ausgeprägten Neigung zu Wassereinlagerungen hat es jedenfalls nicht so funktioniert, wie ich es gebraucht hätte und das wird für mich ein extrem wichtiger Punkt vor der nächsten Operation werden.
Die Heilung dauert länger als erwartet
Auch mehrere Wochen nach der Operation waren meine Beine noch deutlich geschwollen und schmerzhaft.
Im Bereich des rechten Knies hatte ich Verhärtungen, die das Beugen zusätzlich erschwerten. Auch jetzt 2 Monate postop ist die Verhärtung noch immer da, aber sie wurde etwas kleiner.
Innerhalb der Wohnung konnte ich mich mit der Zeit wieder besser bewegen. Von einer vollständig überstandenen Heilungsphase bin ich allerdings noch ein gutes Stück entfernt.
Was mich besonders beschäftigte, war die Kombination aus Schwellungen, Schmerzen und einer Kompressionsversorgung, die zeitweise mehr Probleme verursachte, als sie löste.
Die Fäden wurden nach 14 Tagen bei meinem Hausarzt gezogen. Die reguläre Nachuntersuchung in der Klinik ist erst für Dezember vorgesehen. Die Pflaster über den Wunden konnte ich erst nach knapp 5 Wochen vollständig entfernen. Mein Körper brauchte Zeit. Die blauen Flecken waren deutlich und ein paar Wochen schillerte ich rot, lila bis zu gelb grün. Aber das war wirklich noch das am wenigsten störende.
Und derweil warte ich nun auf meine neue Flachstrich-Versorgung, damit es dann endlich wieder „normal“ sitzt und ich nicht jeden Tag in die zu große Kompression reinwachse… Das Mieder trage ich derzeit immer nur nachts und wechsele morgens in die Flachstrick. Ein Kompromiss mit dem ich derzeit zurecht komme. Halbwegs zumindest…

Hat sich meine Liposuktion gelohnt?
Diese Frage möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beantworten.
Die Operation liegt erst zwei Monate zurück. Meine Beine haben noch mit den Folgen des Eingriffs zu tun und die Heilung ist längst nicht abgeschlossen. Weiterhin sind meine Oberschenkel taub und es zieht sehr oft sehr stark. Gerade wenn ich sitze oder liege und dann aufstehe, brennen sie unheimlich. Beim Laufen geht es dann meist nach kurzer Zeit, doch ich achte stets darauf, vorsichtig zu sein. Ich mag es auch überhaupt nicht an den Beinen angefasst zu werden, denn es fühlt sich einfach nur eklig an. Das taube Gefühl ist sehr ausgeprägt und manchmal ist es wie ein Stromschlag. Meine Kompressionshose kann ich bisher nur vormittags tragen, da ab nachmittags meine Beine zu stark angeschwollen sind und ich den doppelten Druck am Oberschenkel nicht mehr aushalte.
Was ich aber sagen kann: 6,2 Liter krankhaft verändertes Fettgewebe sind entfernt worden. Das ist eine erhebliche Menge und meine Beine sehen von der Form schon deutlich verändert aus. Natürlich hängt die Haut und ich muss beim Anziehen der Kompression umdenken, weil ich mir sonst Hautfalten schmerzhaft einquetsche. Doch am Ende hoffe ich einfach, dass alle Schmerzen zurück gehen. Vor allem meine Kniegelenke werden es hoffentlich danken.
Gleichzeitig habe ich erlebt, wie belastend die Zeit danach sein kann. Nicht nur wegen der Schmerzen, sondern auch wegen der massiven Wassereinlagerungen, der eingeschränkten Beweglichkeit und der Schwierigkeiten mit der Kompression.
Meine erste Liposuktion war jedenfalls kein kurzer Eingriff mit anschließendem Wunderergebnis.
Und da weitere Operationen geplant sind, ist dieses Kapitel für mich ohnehin noch nicht abgeschlossen.
Aber wer sagt, dass eine Liposuktion ein leichter Weg wäre, dem werde ich gehörig in den Hintern treten… sobald ich die Beine wieder normal bewegen kann….


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